(Wirkungslose) Alternativen: Kokosöl

In der Reihe „(Wirkungslose) Alternativen“, beschäftige ich mich mit „alternativen Heilmethoden“, die mir in der großen, weiten Welt (=Internet) begegnen. Heute leisten wir auch den Auftakt zur Gentechnik-Reihe, indem wir uns Strukturformeln anschauen.

Ich persönlich esse ja gerne. Okay, ich kenne niemanden, der in diesem Zusammenhang Dinge sagen würde, wie „Essen? Leider nein, leider gar nicht so, ne?“. Ich koche aber auch gerne (und das auch gar nicht so schlecht, wenn ich das mal erwähnen darf). Zusätzlich dazu findet man mich ebenfalls auf Facebook. Und wie ich mich heute so den Ergüssen und Likes meiner „Freunde“ hingebe, fällt mir am Rand ein Vorschlag zu einer Gruppe auf.
In dieser Gruppe geht es um die Verwendung von Kokosöl. Meine erste Hoffnung war die, dass sich in dieser Gruppe vielleicht das ein oder andere nette Rezept mit Kokosöl finden lässt. Das ist auch tatsächlich der Fall. Allerdings wäre diese Tatsache nicht unbedingt einen extra Eintrag wert. In dieser Gruppe fragten allerdings gewisse Mitglieder, welche Erfahrungen die anderen mit Kokosöl im Zusammenhang mit Demenz gemacht hätten.
Ich war ein wenig Irritiert und schaute mir mal die Beschreibung der Gruppe an, welche vermerkte, dass Kokosöl auch ein alternatives Heilmittel darstellt.
Na Halleluja. Diese Esos können anscheinend alles zu einem Heilmittel machen, wenn sie nur fest genug dran glauben
In dieser Gruppe fand ich auch Links zu speziellen Kochbüchern, sowie Büchern, in denen die heilende Wirkung von Kokosöl angepriesen wird. Und welcher Verlag hat sie veröffentlicht?
Richtig.
Kopp.
nuff said.
Alleine die Beschreibung des Inhalts eines der Bücher spricht schon für sich.
Dort wird Kokosöl praktisch zum Allerheilmittel gemacht. Es heißt:

„das natürliche Kokosöl
• trägt dazu bei, Herzkrankheiten, Diabetes, Alzheimer, Arthritis und viele andere degenerative Erkrankungen zu verhindern
• wirkt erfolgreich gegen Viren, Bakterien und Pilze
• kurbelt Energie, Ausdauer und das Immunsystem an
• fördert die Verdauung und Darmtätigkeit
• hilft, Zahnverfall und Zahnfleischerkrankungen zu verhindern
• hilft beim Abnehmen
• verhindert eine vorzeitige Hautalterung
• verhilft zu schöner Haut und schönem Haar

Klar. Außerdem kann man mit dem Kram über’s Wasser laufen und Drachen töten.
Und als wäre das nicht schon genug, so gibt es zum Kokosöl natürlich noch einen extra Blogbeitrag auf der hauseigenen Seite, der dieses Öl in noch ungeahntere Höhen hebt.
An dieser Stelle möchte ich nur mal den einleitenden Text zitieren:

„Für mich ist Kokosöl das Beste vom Besten. Bei meinen Nachforschungen habe ich mit Freunden festgestellt, dass es alle möglichen guten Eigenschaften besitzt: Es pflegt Haut und Haar, hilft beim Stressabbau, erhält gesunde Cholesterinwerte, stärkt das Immunsystem, sorgt für gute Verdauung und Stoffwechsel, wirkt lindernd bei Nierenproblemen und Herzkrankheiten, bei Bluthochdruck und Diabetes, bei HIV-Infektionen und Krebs, es ist von Nutzen in der Zahnheilkunde und erhält den starken Knochenbau.“

Nur um das nochmal klar zu stellen: Das ist ein Zitat. Das ist nicht meine Meinung.

Ein weiteres, verlinktes Buch ist dieses hier.
Schaut man sich die Bewertungen auf Amazon an, könnte man meinen, Kokosöl wäre wirklich die Antwort auf alle Gesundheitsfragen.

Eines haben alle Bücher und Beiträge gemeinsam. Sie weisen darauf hin, wie sich der Konsum von Kokosprodukten positiv auf den Körper auswirken könne.
Dabei ist besonders von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren die Rede. Der allgemeine wissenschaftliche Konsens ist, dass viele ungesättigte Fettsäuren in Kombination mit einigen wenigen gesättigten Fettsäuren eine positive Wirkung auf den Organismus haben.
Dieses Thema wird auch in den oben genannten Büchern bzw. Beiträgen behandelt. Und als Unsinn abgetan. Denn natürlich sind die etablierten Meinungen alle die Folge von Propaganda und einiger gefälschter Studien. Jetzt hat der Kopp-Verlag tatsächlich schon eine Meinung zu Fettsäuren. Fällt denen denn nicht irgendwann mal auf, was sie für einen Schwachsinn verzapfen? Die haben ja zu wirklich jedem Thema eine Meinung, die natürlich von der Vorherrschenden abweicht. Wenn ich die Vögel vom Kopp-Verlag irgendwann mal nach ihrer Meinung zu violetten Dreiecken mit nicht-ganzzahligem Seitenverhältnis frage, bekomme ich sicher auch irgendeine Antwort, die allem widerspricht, was wir über violette Dreiecke mit nicht-ganzzahligem Seitenverhältnis zu wissen glauben.

Aber gut, zurück zum Thema. Heute soll es ja um Esoterik und Strukturformeln gehen. Und letzteres betrachten wir gleich. Jetzt differenzieren wir erstmal zwischen Fettsäuren:
Gesättigte Fette stehen in Verdacht, die Entstehung von Krebs zu begünstigen.
Viele Studien die an Tieren durchgeführt wurden, zeigen einen Zusammenhang zwischen den Fetten in der Ernährung und dem Knochenbau.
Eine weitere Studie aus dem Jahr 2006, zeigt einen negativen Zusammenhang zwischen gesättigten Fettsäuren und dem Knochenbau an Menschen.

Wie sieht so eine gesättigte Fettsäure jetzt eigentlich aus?

By NEUROtiker ⇌ (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons
By NEUROtiker ⇌ (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons
von Jynto and Ben Mills (Derived from File:Caproic-acid-3D-balls.png.) [Public domain], via Wikimedia Commons
von Jynto and Ben Mills (Derived from File:Caproic-acid-3D-balls.png.) [Public domain], via Wikimedia Commons
Das ist Stearinsäure. Eine gesättigte Fettsäure. Beide Bilder zeigen dort dieselbe Fettsäure, das untere ist lediglich ein wenig detaillierter. Auf der 3D-Darstellung sind schwarze Linien zu erkennen, die jeweils in einer schwarzen Kugel enden. Diese schwarzen Kugeln sind Kohlenstoffatome. Die beiden weißen Kugeln stellen Wasserstoffatome dar. Jedes Kohlenstoffatom hat also eine Bindung mit zwei Wasserstoffatomen (es sind sogenannte Kohlenwasserstoffe). Zusätzlich dazu liegen die Kohlenstoffatome in Bindungen untereinander vor, was durch die schwarzen Linien symbolisiert wird. Das rote ist Sauerstoff, aber das interessiert erstmal nicht. Dieselben Informationen kann man auch aus dem ersten Bild ziehen. Dort hat man sich lediglich die unnötigen Informationen gespart. Und die künstlerische Freiheit kam ebenfalls zu kurz. Wegen der minimalistischen Darstellung nennt man diese Art der Strukturformel im Allgemeinen auch „Skelettformel“.

In dieser Skelettformel sieht man, dass die gesättigten Fettsäuren dort als sogenannte „homologe Reihe“ vorliegen. Das bedeutet, die Kohlenwasserstoffe sind aufgereiht, wie Perlen auf einer Kette. Möchte ich die Perlenkette verlängern, so schiebe ich einfach mehr Perlen nach. Möchte ich die Fettsäure verlängern, so müsste ich lediglich ein weiteres Kohlenwasserstoffmolekül an das letzte Molekül anhängen. Bei ungesättigten Fettsäuren ist die Angelegenheit ein klein wenig diffiziler.

Betrachten wir mal die ungesättigten Fettsäuren ein wenig genauer. Denn auch ungesättigt bedeutet nicht immer gleich gut. Denn obwohl die sogenannten „trans-Fettsäuren“ ungesättigt sind, so sind diese dennoch kein großer Segen für den Körper.


Trans-Fettsäuren entstehen, wenn Öle industriell gehärtet werden.
Bei diesem Prozess wird aus dem Öl ein streichbares Fett gemacht. Transfette entstehen allerdings auch, wenn normales Öl zu stark erhitzt wird. Frittierte Lebensmittel stellen hierbei ein Beispiel für ein Transfettsäuredepot dar. Margarine ist in diesem Zusammenhang ein zweischneidiges Schwert. Zwar versichern die Hersteller, dass die Margarine, die im Handel angeboten wird, ein geringes Maß an Transfetten enthält, industriell verwendete Margarine weist aber gerne ein höheres Maß an Transfetten auf, weswegen insbesondere Fertigprodukte gerne reich an Transfetten sind.
Aber auch Milch, bzw. Milchprodukte enthalten Transfette. Diese Entstehen beim Verdauungsprozess der Nahrung, ausgelöst durch Bakterien.
Das Problem an den trans-Fettsäuren (obwohl sie ungesättigt sind), ist ihre spezielle, räumliche Struktur. Diese Struktur macht sie den gesättigten Fettsäuren ähnlicher, was auch zu einer ähnlichen Wirkung im Organismus führt.
Und das bringt uns zu einem sehr interessanten Thema, das ich später noch in einem eigenen Text behandeln werde. Nämlich zum Thema der räumlichen Struktur von Molekülen. Denn nicht nur ihr Aufbau, sondern auch ihr Aussehen bestimmen, wie ein Molekül im Körper wirkt. Transfette ähneln in ihrem Aufbau den gesättigten Fettsäuren, besitzen aber eine atomare Bindung, die den ungesättigten Fettsäuren vorbehalten sein sollte. Transfette sind somit eine Art Wolf im Schafspelz.
So haben diese trans-Fettsäuren unter anderem eine negative Auswirkung auf den Cholesterinspiegel. Auch gibt es starke Vermutungen, dass diese Transfette unter anderem eine Insulinresistenz, sowie bestehende Adipositas und bestehende Herzkrankheiten verstärken können.

Aber es gibt auch andere ungesättigte Fettsäuren. Wir reden hier von den Omega-n-Fettsäuren (man nannte diese früher übrigens Vitamin F). Das n steht hierbei für eine Zahl. Bekannt sind vor allem die Omega-3- sowie die Omega-6-Fettsäuren.

By en:User:Edgar181 (en:Image:ALAnumbering.png) [Public domain], via Wikimedia Commons
By en:User:Edgar181 (en:Image:ALAnumbering.png) [Public domain], via Wikimedia Commons
Das ist die Skelettformel für eine Omega-3-Fettsäure. Die Doppelten Striche am rechten Ende der Formel geben sogenannte Doppelbindungen zwischen Kohlenwasserstoffen an. In dieser Doppelbindung sind Kohlenwasserstoffe über zwei bindende Elektronenpaare miteinander verbunden.
Omega bezeichnet das Ende der Skelettformel, die Zahl (in dem Fall 3), zeigt die Position des Kohlenwasserstoffs, an dem die erste Doppelbindung vorliegt (gezählt wird von der Omega-Position). So ergibt sich die Bezeichnung der Omega-3-Fettsäure. Die Tatsache, dass eine Doppelbindung der Kohlenwasserstoffe vorliegt, ist auch schon einer der beiden hauptsächlichen Unterschiede zu den gesättigten Fettsäuren. Einen weiteren Unterschied betrachten wir hier mit einer weiteren Skelettformel:

By Jü (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons
By Jü (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Das hier ist die sogenannte Ölsäure.
Das grüne Omega kennzeichnet auch hier wieder die Position, von der aus begonnen wird, die Kohlenwasserstoffe zu zählen. Die erste Doppelbindung taucht am 9. Kohlenwasserstoff auf, deshalb ist diese Fettsäure eine Omega-9-Fettsäure. Und bei dieser Skelettformel fällt direkt auf: Im Gegensatz zu den gesättigten Fettsäuren ist diese ungesättigte hier keine gerade Kette von Kohlenwasserstoffen. Im Gegenteil. Diese Fettsäure ist gleich an zwei Stellen um jeweils 45° abgeknickt. Und dieser Knickt ist die zweite Charakteristik der ungesättigten Fettsäuren. Die Anzahl der „knicks“ im Molekül, sowie die Anzahl der Doppelbindungen sind nicht festgelegt. Hier seht ihr ein Bild eines Triglycerids. Die ungesättigten Fettsäuren sind dort farbig markiert:

By Jü (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons
By Jü (Own work) [CC0], via Wikimedia Commons

(Nur nebenbei: Wird diese Fettsäure industriell gehärtet, werden dabei die Doppelbindungen zerstört. Dies macht die Fettsäure zu einem Transfett)

Diese ungesättigten Fettsäuren können vom Körper selbst nicht hergestellt werden, sind aber essenziell für diesen.
Omega-n-Fettsäuren dienen z.B. hauptsächlich der Energiegewinnung der Zellen und bilden die Vorläufer für sogenannte Prostaglandine. Das sind Gewebshormone, von denen 3 unterschiedliche ‚Serien‘ im Organismus vorkommen und die zahlreiche Funktionen erfüllen.
Serie-1-Prostaglandine wirken vor anderem als Entzündungshämmer. Sie können allerdings auch die Blutgerinnung beeinflussen.
Serie-2-Prostaglandine verstärken z.B. Entzündungsreaktionen und sorgen für ein verstärktes Schmerzempfinden an entsprechenden stellen. Serie-3-Prostaglandine dienen auch dazu, die Wirkung der Serie-2 einzudämmen, sie wirken also im Organismus als Entzündungshämmer, regulieren Blutdruck und Herzfrequenz. Auch wird diesen Prostaglandinen eine positive Wirkung auf verschiedenste psychische Krankheiten vermutet und untersucht. (Serie-3-Prostaglandine haben allerdings noch weitaus umfassendere und unterschiedlichere Wirkungen innerhalb des Organismus. Aber das nur so nebenbei.)
Letztendlich sind die Omega-n-Fettsäuren nur die Grundlage zur Synthese von verschiedensten essenziellen Nährstoffen, die vor allem wichtige Rollen in fast allen Aktivitäten des Immunsystems spielen.
Ich werde bei Gelegenheit wohl mal einen eigenen Artikel über diese Fettsäuren und deren Umwandlungsmöglichkeiten schreiben, das würde hier leider wirklich den Rahmen sprengen.

Wer jetzt seinen Diätplan entsprechend ausrichten will, dem sei gesagt, dass mehr nicht zwingend besser ist. Ob größere Mengen der Omega-n-Fettsäuren jetzt wirklich gesünder sind als kleinere, ist noch nicht ausreichend geklärt.
Wer allerdings dennoch darauf achten möchte, möglichst viele dieser Fettsäuren zu sich zu nehmen, dem seien an dieser Stelle diverse Pflanzenöle, sowie Fische empfohlen.
Zusätzlich dazu noch eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige sportliche Betätigung (sowie ein bisschen Glück mit den Genen), dann sollte ein langes und gesundes Leben wohl in greifbarer Nähe liegen.

Allgemein lässt sich festhalten, dass Fettsäuren eine positive Wirkung auf den Organismus haben. Mal ganz abgesehen davon, dass sie der Energielieferant der Zellen schlechthin sind, und eine entscheidende Bedeutung in Unmengen von Stoffwechselprozessen haben, tragen sie auch dazu bei, Depressionen zu verhindern und das Immunsystem zu unterstützen. Es zeigt sich, dass Fettsäuren ein wunderbares Beispiel für Stoffe sind, die in der richtigen Dosis in unserem Körper sogar eine hilfreiche Wirkung entfalten, die aber bei zu hoher Konzentration schädlich sein können. Die Menge macht das Gift. Wichtig ist eben, dass man die richtigen Fettsäuren in den richtigen Maßen zu sich nimmt. Und dass man nicht jedem Buch, bzw. Forum glaubt, auf das man so trifft.

Nachdem wir jetzt so viel über die Fettsäuren wissen, schauen wir uns doch mal wieder die gute alte Kokosnuss an. Wenn ich das Wort ‚Kokosöl‘ bei Google eintippe, so gelange ich auf eine Menge Einträge von Seiten, die bei mir jeden Eindruck erwecken, nur nicht den von unabhängiger Berichterstattung. Also werfen wir einen Blick auf den Eintrag zum Thema Kokosöl bei Wikipedia.
Hier springt mir sofort ins Auge, dass das Kokosöl einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren enthält. Zwar beinhaltet es wohl auch Calcium, Natrium, Magnesium, Eisen und andere Mineralien, bzw. Vitamine, aber von den hochgelobten positiven Auswirkungen auf den Organismus fehlt jede Spur. Und das liegt sicherlich nicht daran, dass die Industrie oder die Wissenschaft oder sonst irgendjemand ein Interesse daran hat, die Bevölkerung im Dunklen zu lassen, was die wunderbaren Fähigkeiten der Kokosnuss angeht.
Lediglich die positive kosmetische Wirkung wird in diesem Artikel erwähnt. Immerhin etwas. Und das meine ich durchaus nicht sarkastisch. Ich hätte nicht erwartet, überhaupt einen übermäßig positiven Effekt in Bezug auf das Kokosöl zu entdecken.
Letztendlich lässt sich sagen, dass Kokosöl sicherlich positive Eigenschaften aufweisen kann. Allerdings nur bei äußerlicher Anwendung im kosmetischen Bereich.
Das neue Wundermittel gegen Krankheiten aller Art ist es allerdings mit Sicherheit nicht. Und damit reiht es sich in eine lange Liste von angeblichen Wundermitteln ein, die alle nicht das halten, was sie versprechen.

5 Kommentare zu “(Wirkungslose) Alternativen: Kokosöl

  1. Das ist echt interessant. Ich muss wohl mehr Fisch und Leinöl essen, weil ich recht viel gesättigte Fette esse, insbesondere Butter.

    Bis her hab ich einfach der Frau Gonder vertraut:
    http://www.ugonder.de/
    Sie schreibt so oft es geht, dass gesättigte Fettsäuren gar nicht negative Auswirkungen haben und man die essen kann, so viel man will. Naja, so hab ich es zumindest immer interpretiert.

    1. Es ist sicherlich wahr, dass auch gesättigte Fettsäuren in gewissen Mengen für den Körper wichtig sind. Ich kannte den Blog der Dame vorher nicht, habe jetzt aber mal eine Weile in diversen Texten gestöbert, bin einigen Links gefolgt und in einigen Punkten stimmen wir sicherlich überein. Aber ich würde nicht soweit gehen, einem Nährstoff generell Gefährlichkeit, bzw. Ungefährlichkeit zu unterstellen. Am Beispiel der Fettsäuren sieht man ja, dass es diverse Studien gibt, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
      In diesem Text hier bezeichnet sie Omega-6-Fettsäuren als Risikofaktor, für Herzkrankheiten und allgemein als ein Risiko für einen frühen Tod.
      Nun könnte ich in einer Diskussion z.B. mit dieser Studie gegenhalten, die Linolsäure, einer Omega-6-Fettsäure attestiert, Herzkrankheiten vorbeugen zu können.

      Um so einer Diskussion vorzubeugen, müssen wir über Ernährungsstudien, Ratgeber, Diätkochbücher usw. im allgemeinen reden (zumindest, wenn man sich nicht Wochenlang durch diverse Studien quälen möchte, um sie auf ihre Qualität zu prüfen):

      Weltweit sind die Ernährungsgewohnheiten ja ziemlich unterschiedlich. Trotz allem findet man bei keinem Teil der Bevölkerung eine signifikant höhere Lebenserwartung, oder bessere Gesundheit, die zweifelsfrei auf die Ernährung zurückzuführen ist. Das liegt zum einen sicherlich daran, dass es unglaublich schwierig ist, auf z.B. Kohlenhydrate zu verzichten, wenn sie die Basis unserer Ernährung bilden und einfach überall drin sind. Studien zu generieren, die zum Ziel haben, eine bestimmte Form der Ernährung zu bewerten, werden also ggf. unbeabsichtigt verzerrt. Zum anderen ist der Körper aber auch relativ wandlungsfähig. Das heißt, er ist in der Lage, sich auf die meisten Ernährungsformen einzustellen. Das funktioniert umso besser, je sportlicher man selbst ist.
      Man könnte sogar soweit gehen zu sagen, dass körperlich gesunde Menschen im Prinzip keinen Ernährungsratgeber brauchen. Das gilt selbstverständlich nicht, wenn bereits irgendeine Vorerkrankung des Körpers vorliegt (man denke nur an Diabetiker, die Tonnen von Zucker in sich reinschütten würden).
      Natürlich bedeutet das nicht, dass Lebensmittel keinerlei Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Regelmäßiger Verzehr von Obst und Gemüse steht z.B. noch immer mit Darmkrebsvorbeuge im Zusammenhang. Man sollte Ernährungsempfehlungen lediglich als das betrachten, was sie sind. Empfehlungen. Zumindest, solange man gesund ist.

      Nur als letzten Punkt: Man wird allein durch gesunde Ernährung wohl keiner Herzkrankheit vorbeugen können, wenn man nebenbei den ganzen Tag gestresst durch die Gegend rennt, raucht und höchstens jedes zweite Wochenende mal für 20 Minuten „Sport“ treibt. Aus diesem Grund sind Präventionsempfehlungen für Krankheiten nie einzig an die Ernährung gekoppelt.

      Dieser Punkt kam in meinem Text vielleicht auch ein wenig zu kurz, weil Fettsäuren hier eher Mittel zum Zweck waren. Wenn ich irgendwann mit meiner Gentechnik-Reihe fertig bin, sollte ich vielleicht mal ein paar Texte zum Thema Ernährung verfassen, die differenzierter darauf eingehen, wie die Ernährung Krankheiten vorbeugen kann, und wieso Ernährung alleine dabei auch oft an ihre Grenzen stößt.

      Ich hoffe, ich hab‘ jetzt nicht zu viel geschwafelt. Bevor ich die Nachricht abschicke, hänge ich hier nochmal kurz den Twitteraccount von Lars Fischer (dem Jungen vom Fischblog) an. Der hat heute (28.5.15) zufällig ebenfalls zum Thema gesunde Ernährung getwittert und vertritt die Meinung, dass wir kaum etwas darüber wissen, was wirklich „gesunde“ Ernährung ist. Eine Meinung, die ich so ebenfalls vertreten würde

  2. Hmm ????? Bin jetzt kein Wissenschaftler aber ich weis und habe es am eigenem Leib erfahren das eine Ketone Ernährung echt einiges an Vorteil bringt, also Kohlenhydrate sind kein muss!! Fettreiche und mit Eiweiß kombinierte Ernährung mit minimaler Kohlenhydrate zufuhr ist ne Lebenserfahrung und Kokosöl ist gesund, Basta

    1. Zufälligerweise hat Johanna Bayer gerade vor einigen Tagen nochmal das Thema Kohlehydrate aufgegriffen und ist zum gleichen Schluss gekommen wie ich:
      Jede Form von Diätvorschlägen sind kompletter Unsinn, wenn man einen gesunden Körper besitzt. Sport machen, ausgewogen Ernähren und fertig.

      Alles andere ist Ersatzreligion.
      Außerdem bestreitet niemand, dass Kokosöl gesund ist, aber die im Beitrag erwähnten Wunderwirkungen findet man im Kokosöl mit Sicherheit nicht.

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