Mein Leben als Laborratte: Die EEG-Studie – Teil 1

Es gibt drei Dinge, denen es jedem Studenten grundsätzlich mangelt:
1. Freizeit
2. Geld
3. Eine gesunde Leber

Gut, meiner Leber geht’s dank seltenem Alkoholkonsum gut, ich finde gelegentlich sogar noch Zeit, etwas zu bloggen, aber Geld? Tja, das ist trotz Nebenjob Mangelware. Um also ein kleines Zubrot zu verdienen, schaue ich mich in letzter Zeit immer gerne nach Studien um, an denen ich teilnehmen kann. Was die Studien angeht, bin ich relativ flexibel, bisher würde ich eigentlich nur die Finger von Medikamentenstudien lassen, oder von solchen, deren Zeitaufwand außergewöhnlich hoch ist.
Ansonsten mache ich für Geld quasi alles und ich blogge es auch noch. In diesem Sinne:
Willkommen zu einer neuen Miniserie!

Und wir steigen auch direkt ausgesprochen Wissenschaftlich ein. Ich komme gerade von einer Studie nach Hause, die von einem psychologischen Institut einer Universität durchgeführt wurde. Zweck der Studie war es, herauszufinden, „welche Netzwerke von Hirnarealen für die Fähigkeit der Worterkennung zuständig sind.“ Aber immer schön der Reihe nach:

Der Morgen fing schon scheiße an. Wenn ich um 23 Uhr ins Bett gehe, erwarte ich eigentlich, um 6 Uhr morgens ausgeschlafen zu sein, nicht ab 3 Uhr nachts im Bett rumzukrebsen, bis mich gegen 5 Uhr noch ein gnädiger Sekundenschlaf ereilt. Trotzdem ist das passiert und dementsprechend war meine Laune, nachdem mich meine Wecker dann doch unsanft aus diesem Schlaf rissen. Da zu der Studie noch ein IQ-Test gehörte, wollte ich insbesondere für diesen natürlich fit sein, also habe ich etwas getan, das ich noch nie zuvor auch nur in Erwägung gezogen habe. Ich habe Kaffee getrunken! Ja. Kaffee. Direkt nach dem Aufstehen, als ich mir ein relativ umfangreiches Frühstück zubereitet habe (Müde sein ist schon kacke, aber müde und Hungrig? Da werde ich zur Diva!). Und ich muss gestehen, dass ich wirklich nicht verstehe, wieso Leute diese Plörre regelmäßig trinken. Selbst mit einer Portion Zucker, die jede Colaflasche vor Neid erblassen ließe, war es dennoch nicht mein Geschmack.
Naja, das Frühstück war dann weiterhin relativ ereignislos, abbeißen, kauen, schlucken, das hatte ich dann doch drauf, auch die Zugfahrt zur Uni war auffällig unauffällig, die Deutsche Bahn hat mich ausnahmsweise mal nicht im Stich gelassen. Irgendwann kam ich dann auch an der Fakultät an und musste den Raum finden. Das Gebäude war relativ schnell gefunden, nur der Raum nicht. Wenn man schon ein Gebäude so baut, dass es grob an eine 8 erinnert, sollte man die Räume wenigstens mit einem Ansatz von erkennbarem Schema benennen. Aber gut, ich bin ja für meine immense Dickköpfigkeit bekannt, also hab‘ ich einfach den Weg der geringsten, sozialen Interaktion gewählt und bin so lange durch die Flure getigert, bis ich die Räume am Ende doch gefunden habe. Die Studenten, die mich durch den Versuch führten, waren verdammt lustig, ziemlich sympathisch und der obligatorische Österreicher war auch dabei (an wirklich jeder Studie ist ein Österreicher beteiligt. Gerade in Österreich ist das ganz schlimm). Während ich also den ganzen Papierkram erledigt habe, wurde kurz mein Kopfumfang ausgemessen, damit man die richtige Mütze für’s EEG auswählen konnte (62 cm. Und mein Kopf auch). Während die Mädels dann insgesamt 64 Elektroden auf die Kappe gesteckt haben, musste ich auf Zeit ungefähr 80 Sätze auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Das waren Aussagen wie z.B.: „Tischtennis ist eine Sportart, bei der die Teilnehmer über ausgezeichnete Mathematische Fähigkeiten verfügen müssen.“ Eindeutig eine wahre Aussage. Leider wurde ich mit den Sätzen nicht ganz fertig, da ich nach der ersten Seite dachte, das wär’s gewesen. Bis ich über meinen Irrtum aufgeklärt wurde, war die Zeit vergangen, die mir noch für die letzten Sätze gefehlt hätten. Ein prima Start in eine Studie, die mit einem IQ-Test enden sollte.
Aber das war nicht das einzige, das noch schief laufen sollte. Nachdem ich den ersten Test mehr oder weniger souverän erledigt hatte, wurde ich verkabelt und festgebunden – mir wurde die EEG-Haube aufgesetzt und anständig befestigt. Im Anschluss daran wurde ich in eine kleine Kammer geführt, die vielleicht 2x2m² umfasste. Sie war zwar nicht groß, aber wenigstens waren keine Fenster drin. Womit der Raum allerdings gespickt war, war der hipstermäßigste Computer, den man sich vorstellen kann. Ein wirklich alter Röhrenmonitor strahlte gelangweilt durch die Gegend. Aber welches Betriebssystem war drauf? Richtig. Windows 7. Und ich hatte mehr als genug Zeit, diesen Bildschirm mehr als ausführlich zu betrachten, denn sobald mein Helm an den Splitter und den Amplifier (also den Verstärker) angeschlossen wurde, fingen die Probleme auch schon an.

Auf der Mütze gibt es 64 Elektroden, die in 2 Strängen zusammenlaufen und einer dieser Stränge war kaputt. Die Erkenntnis traf uns aber nicht so zeitnah, wie sie hier zu lesen ist. Erstmal wurde knapp ‚ne halbe Stunde an der Haube rumgefummelt und Stecker wurden getauscht, in der Hoffnung, noch irgendwas retten zu können. Zwischenzeitlich erhöhte sich die Personenzahl im Raum von 1 auf 4. Aber es half alles nix, am Ende musste ich wieder abgestöpselt werden, raus aus dem Raum, Haube wieder ab. Und jetzt musste der Strang Elektroden von der Kappe abgenommen werden. Dummerweise hat ja keiner damit gerechnet, dass der Tag schon so bescheiden beginnt, weswegen es auf der Kappe genau den Kabelsalat gab, den man sich bei 64 separat angeschlossenen Kabeln auch vorstellt. Aber zum Glück konnte ich kompetent zur Problemlösung beitragen. Meine Ausbildung muss ja für irgendwas gut sein. In dem Fall kam mir meine Vergangenheit als World of Warcraft Spieler zugute, die mich darauf vorbereitet hat, repetitive, sinnentleerte Aufgaben, mit geringer Aussicht auf zufriedenstellende Belohnung zu erledigen, weswegen ich in der Lage war, den Kabelsalat in knapp 10 Minuten zu entwirren, sodass die neuen Elektroden aufgesteckt werden konnten. Ich hoffe ja, für diesen Verdienst in der Liste der Studienautoren aufgenommen zu werden.

Nachdem also der neue Strang angeschlossen war, wurde ich wieder angeschlossen, komplett verpackt und in die Einbau-Sauna verfrachtet, wo eine weitere Behandlung auf mich wartete. Die beiden Mädels, die mich bei der Versuchsdurchführung betreuen sollten, packten plötzlich 4 Spritzen aus. Ich bin natürlich total cool geblieben. Allerdings auch nur, weil ich gehofft habe, dass selbst die verranzteste Ethikkommission der Welt nicht auf die Idee käme, Probanden einer Studie mit Spritzen zu traktieren, die (zumindest gefühlt) so groß waren, wie der Oberarm eines Neugeborenen. Zum Glück wurden mir die Spritzen nicht in den Körper gejagt, sondern lediglich in die Elektroden. Durch die wurde das Gel, das in den Spritzen enthalten war, auf meine Kopfhaut gespritzt. Das allerdings entgegen meiner Annahme, das Gel bliebe lediglich in den Elektroden, aber nein, es kam auf meinen Kopf. Die Auswirkungen des Gels wurden mir aber erst beim Absetzen der Kappe wirklich klar.
Sinn und Zweck des Gels war es, die Leitfähigkeit und damit die Qualität des aufgenommenen Signals zu verbessern. Apropos Signal: Da während so eines Experiments unwillkürliche Muskelzuckungen im Gesicht auftreten können, die das EEG-Signal verfälschen würden, wurden mir jeweils zwei Elektroden unter die Augen und hinter die Ohren geklebt. Im Nachhinein betrachtet hätte ich vielleicht nicht mein bestes Makeup auflegen sollen. Vermutlich war es das, was dazu geführt hat, dass die Elektrode an meiner linken Wange ständig abgefallen ist. Wir haben rund ¼ einer Flasche Makeupentferners verbraucht (der benutzt wurde, um Talg und andere Stoffe zu beseitigen, die die Klebekraft der Elektroden verringern würde). Das war auch noch der teure Markenscheiß, aber hey, die Uni hat’s ja. Der Verbrauch an Wattepads sollte auch noch steigen, da das Experiment dann noch immer nicht beginnen konnte. Während ich gespritzt, gestöpselt und geborgen auf dem Bürostuhl saß, wurde außerhalb meiner kleinen Kammer getestet, ob die Signale ankommen. Augen und Kiefer bewegen, Blinzeln, alles wurde von mir pflichtbewusst ausgeführt, blieben aber am Computer auf der anderen Seite ohne merkliche Reaktion. Gut, ich erwarte für banale Körperbeherrschungen erstaunlich selten überschwängliche Reaktionen meiner Mitmenschen, aber der Computer hätte angesichts meiner Gesichtsakrobatik ruhig mal eine Regung zeigen können.

Wir hatten also ein zweites Problem. Und alles um mich herum begann zu wuseln und zu checken. Ich saß allerdings dort mit der Gelassenheit eines Menschen, der für jede angebrochene Stunde bezahlt werden würde, mir war also alles recht. Genug Zeit hatte ich ja mitgebracht.
Man befürchtete, dass erneut ein Elektrodenstrang gebrochen sein könnte, wollte das aber noch absichern, bevor ich wieder von zwei Mädels ausgezogen worden wäre. Man begann in alter Computerexpertenmanier damit, nochmal den Splitter, also das Gerät, das die Signale von meinem Kopf an den Verstärker leitet und das Signal einstellt, neu zu starten und die beiden Elektrodenstränge in andere Anschlüsse des Splitters zu stecken. Nichts half. Zwischenzeitlich stieg die Personenzahl in dem Schuppen von 1 auf 5. Die Elektrode an meiner linken Wange konnte sich das Elend zwischenzeitlich auch nicht mehr anschauen und beschloss eine Verweigerung, was zu einem erneuten, exzessiven Einsatz von Gesichtsreiniger führte. Auf der Haben-Seite steht allerdings, dass meine linke Wange heute noch porentief rein ist. Man suchte also weiter nach dem Problem und besorgte…naja, man klaute einen neuen Splitter aus einem umliegenden Labor und jubelte denen unseren alten Splitter unter. Respekt für die Leistung, das Problem wurde dadurch noch immer nicht behoben. Die Personenzahl im Raum sank zwischenzeitlich von 5 auf 4. Die Elektrode an meiner linken Wange wollte aber noch immer nicht so recht. Es wurde also noch mehr Gesichtsreiniger verwendet und noch mehr Wattepads fanden ein ehrenhaftes Ende in meinem Gesicht. Zwischendrin hab ich noch meine Fähigkeiten als Professor X des kleinen Mannes entdeckt. Also, quasi. Fast. Also, ich habe festgestellt, dass ich tatsächlich messbare Gehirnaktivitäten habe, und dass ich durch Nachdenken eine Elektrode, die an meiner linken Stirnhälfte angebracht war, zum Senden eines Signals bringen konnte. Das hat die Elektrode an meiner linken Wange trotzdem nicht beeindruckt, also gab es noch mehr Gesichtsreiniger, noch mehr Wattepads und die Idee, die Elektrode auch einfach festzutackern. Inzwischen durfte ich mit meinem Gesicht ein halbes Orchester dirigieren, auch wenn das einzige Instrument, der Amplifier, noch immer nicht tun wollte, was ich ihm sagte. Die Personenzahl in der Sauna blieb bei konstanten 4 und ich überlegte laut, ob wir uns nicht einfach alle ausziehen und saunieren sollten, bis die Lösung gefunden war. Das schien dem einzigen weiteren Mann in der Runde nicht so ganz zu gefallen und er beschloss, die Amplifier einfach mal aus- und wieder einzuschalten. Und wer hätte es gedacht? All unsere Probleme waren gelöst! Der Versuch konnte beginnen! Vor Schreck fiel die Elektrode an meiner linken Wange ab. Die letzten Wattepads wurden in Gesichtsreiniger getränkt und der Wissenschaft geopfert. Die Personenzahl gemischten Umkleide sank von 4 auf 2. Mein Kinn wurde auf ein Gestell gelegt und der EyeTracker wurde eingestellt.

Nun wurde die Tür geschlossen, die Personenzahl sank von 2 auf 1, die Elektrode an meiner linken Wange begann so langsam aber sicher, sich an die vorrübergehende Zweckgemeinschaft mit mir zu gewöhnen, ich war ganz allein und merkte, wie sich Menschen mit Klaustrophobie doch fühlen müssen. Ich hatte allerdings kaum Zeit, darüber nachzudenken, ob die Wände wirklich näher kamen, oder ob sich das nur so anfühlte, denn der Versuch begann ohne Umschweife. Das Programm wurde gestartet und mir offenbarten sich die Instruktionen. Es galt, eine Reihe von Worten zu betrachten. Einige Worte existierten tatsächlich, andere Worte bestanden aus unterschiedlichen Silben, sodass die Worte zwar vertraut schienen, aber andere Endungen besaßen und andere Worte waren nur eine Aneinanderreihung von Konsonanten, ohne Sinn. Im ersten von drei Durchgängen waren die Worte unverpixelt, dann ein wenig verpixelt und zum Schluss noch stark verpixelt. Wann immer das Wort „Taste“ auf dem Bildschirm erscheint, sollte ich die Leertaste drücken. Es gab zwischendrin kurze Pausen, die ich durch erneutes Drücken der Leertaste überspringen konnte. Also quasi Aufgaben, die so banal waren, dass es unmöglich ist, dort auch nur den kleinsten Fehler zu machen. Dementsprechend habe ich auch komplett verpasst, auf die ersten beiden „Taste“ zu reagieren. Als das Wort zum zweiten Mal auf dem Bildschirm erschien, schoss mir noch durch den Kopf, dass man darauf ja reagieren müsste. Danach lief es dann aber. Nach, bzw. vor jedem Wort gab es visuelle Hinweise in Form zwei grauer, dünner Balken, die in der Mitte eine Lücke aufwiesen. Es gab dieselben Balken nochmal in Schwarz. Graue Balken waren der Hinweis, dass man die Augen nun frei bewegen könne, schwarze Balken bedeuteten, die Augen auf die Lücke zwischen ihnen zu fixieren, da nun das neue Wort scheinen sollte. Insgesamt dauerte es rund 3 Sekunden, bis ein neues Wort erschien. Der erste Durchgang dauerte (geschätzt) rund 15 Minuten, in denen man quasi ausschließlich auf den Bildschirm schauen musste. Die Pause am Ende der Runde war also mehr als willkommen, insbesondere da meine Gedanken während der Runde häufig auf die Überlegung hinausliefen, wann ich endlich erlöst werde.
Naja, die zweite Runde kam und sie lief haargenau gleich ab. Auch hier hab‘ ich die ersten beiden „Taste“ verpennt, weil ich so fasziniert davon war, dass man die paar abweichenden Pixel tatsächlich als „schwach verpixelt“ dargestellt hat. Ich bin wirklich ein toller Kandidat für Studien.
15 Minuten später wurde es Zeit für die dritte und finale Runde. In dieser lief allerdings alles glatt, ich habe (bewusst) keinen Tastendruck verpasst. Zwischendrin drohte die linke Wangenelektrode allerdings doch mal damit, ihren Dienst zu versagen. Immerhin war es in der Kammer mittlerweile so warm, dass ich instinktiv die Steine gesucht habe, um ‚nen Aufguss zu machen. Aber mit DEM Patentmittel für zickige Technologie, also mit roher Gewalt, konnte ich die Elektrode an Ort und Stelle fixieren.
Am Ende der drei Testphasen wurde ich beinahe erlöst. Aber vorher waren noch zwei Aufgaben zu bewältigen. Ich musste 5 Minuten mit geschlossenen Augen vor dem PC sitzen und an nichts denken. Anschließend musste ich 5 Minuten mit offenen Augen vor dem PC sitzen und nichts denken. Keine große Herausforderung, wenn man die Aufgabe vorher bedenkt. Nach diesen 10 Minuten war ich dann endlich erlöst. Und selbst die Luft in einem Raum ohne Fenster wirkt wie eine kühle Brise am Meer, wenn man vorher rund eine Stunde regungslos in einer stickigen Dunkelkammer saß. Nun wurde ich abgestöpselt und nach Entfernen der Haube konnte ich mein Antlitz dann im Spiegel betrachten. Ich sah aus, als hätte ich mich mit einem Oktopus geprügelt und wäre anschließend unter einen ejakulierenden Elefanten geraten. Eigentlich bekamen die Probanden an dieser Stelle die Gelegenheit, ihre Haare zu waschen (und ich hatte mich vorher noch gefragt, wieso die in so ‚nem Labor einen Fön an der Wand brauchen). Nach einem Blick auf die Uhr stand aber fest, dass ich zu dem IQ-Test, der Teil der Studie sein sollte, ohnehin schon spät dran war. Also habe ich zugestimmt, dem Test den Vorrang einzuräumen und machte mich auf den Weg quer durch das Stockwerk. Ich bin ja schmerzbefreit, mir macht das nix. Im Raum angekommen wurde ich auch erstmal von den anderen Kandidaten mit breitem Grinsen und einem „du siehst heiß aus“, begrüßt, da alle anwesenden mein Schicksal an vorherigen Tagen ebenfalls erleiden mussten. Sicherheitshalber habe ich den Platz am offenen Fenster gewählt und wenige Minuten nach meinem Eintreffen begann der IQ-Test.

Über den ist nicht viel zu sagen. Ich wurde vorher nochmal gefragt, ob ich mich nach dem Vormittag überhaupt noch in der Lage fühlte, an dem Test teilzunehmen. „Also, ich glaube für den IQ-Test wird’s noch reichen, joa“, war vielleicht im Nachhinein ein wenig großmäulig, aber das wird sich zeigen, wenn die Auswertung dann vorliegt.
Ich dachte ja, dass dieser IQ-Test ein relativ umfangreicher Test wäre, der sich aus verschiedenen Disziplinen zusammensetzt, aber dem war nicht so. Ohnehin gibt es ja nicht „DEN EINEN“ IQ-Test, sondern diverse Tests die diverse unterschiedliche Dinge testen können. Somit ist ein IQ auch kein fester Wert, sondern ergibt sich immer aus dem jeweiligen Test, bezogen auf die jeweilige Gruppe, die diesen Test ebenfalls absolviert hat. Die IQ-Tests werden dann noch gemittelt, so dass der größte Teil der Probanden im Bereich von 100 Punkten liegt. Das heißt, obwohl wir heute intelligenter sind, als unsere Ur-Ur-Ur-Großeltern, liegt unser IQ im Mittel immer bei 100.
Der verwendete Test war ein sogenannter Matrizentest, bei dem es darum geht, eine vorgegebene Reihe von Figuren zu vervollständigen. Wer selbst mal so einen Text machen möchte, der darf hier klicken.
Natürlich ist das kein offizieller IQ-Test, und das Ergebnis hat keinerlei Aussagekraft.
Ich bin mir noch immer nicht ganz sicher, wieso an die Versuchsreihe noch ein IQ-Test anschließt, aber vermutlich scheint es irgendeine Korrelation mit dem IQ einer Versuchsperson und der Verarbeitung von Worten im Gehirn zu geben. Jedenfalls war dieser Test nach knapp 40 Minuten auch erledigt und ich durfte mir die Haare waschen. Blöd war nur, dass das Gel inzwischen ausreichend Zeit zum Trocknen hatte, weswegen ich damit rechne, mir das Zeug noch über Tage aus den Haaren zu pulen. Nachdem meine Haare gesäubert und getrocknet waren, wurde ich entlohnt und habe die Gelegenheit genutzt, mich als Freiwilliger für weitere Studien zu melden, die eventuell in Zukunft an diesem Institut durchgeführt werden. Denn trotz des etwas chaotischen Anfangs, war es doch ein ziemlich lustiger Tag bei den Psychologen und ich bin beim nächsten Mal gerne wieder dabei. Und dann mache ich auch ein paar Bilder. Versprochen!

Über das Ergebnis des IQ-Tests und die Studie im Allgemeinen werde ich in einigen Monaten berichten, wenn selbige veröffentlicht wurde. Bis dahin ist alles was ich schreibe, reine Spekulation. Nennt mich paranoid, aber besonders bei soziologischen oder psychologischen Studien ist es ja keine Seltenheit, die Probanden nicht über den genauen Zweck der Studie aufzuklären, damit sie das Ergebnis nicht (un)bewusst verfälschen. Ich hoffe, die Studie erscheint noch diesen Herbst, denn ich will das Ergebnis des IQ-Tests unbedingt erfahren.

2 Kommentare zu “Mein Leben als Laborratte: Die EEG-Studie – Teil 1

  1. Jetzt habe ich den ganzen Bericht gelesen und herzlich gelacht!
    Wenngleich ich keine Psychologin bin, sondern Chemikerin, habe ich mich an so manche technische Tücke in meiner eigenen Studienzeit erinnert gefühlt Denn nicht nur Labortechnik gibt sich manchmal zickig – Chemikalien, und ganz besonders Zellkulturen, tun das auch!

    Und medizinisches Gerät sowieso: Als junge Erwachsene sollte ich einmal bei der Hausärztin ein EKG geschrieben bekommen, mit einem guten halben Dutzend Elektroden auf dem Brustkorb und drei weiteren an Händen und Fuss.

    Dummerweise machte das EKG-Gerät an dem Tag derartig Zicken, dass es die Praxis-Helferin schier zur Verzweiflung getrieben hat. Als dann nach mehreren Fehlversuchen endlich ein brauchbares EKG zu Papier gebracht war, zeigte das genügend schnelles Herzklopfen, dass die Ärztin mich erstmal eine halbe Stunde lang nicht mehr aus der Praxis gelassen hat….und ich wurde dafür leider nicht bezahlt ;).

    In jedem Fall werde ich mich dieser Mini-Serie erinnern, wenn ich mal wieder eine Pause von mühseligen Korrekturarbeiten auf meinem Blog brauche :).

    Liebe Grüsse,
    Kathi

    1. Ich glaube, zickige Technik ist etwas, wovon jeder (angehende) Wissenschaftler Alpträume ohne Ende hat. Ich hatte zwar noch nie das Vergnügen selbst mit Zellkulturen zu arbeiten (zumindest, wenn man die gelegentliche Entsorgung von Milchprodukten mit sehr eigenen Pilzkulturen ausklammert), aber wann immer ich jemanden über die Arbeit mit solchen Kulturen reden höre, wirken sie ein wenig resigniert. Sind diese liebenswerten kleinen Zellen echt solche Monster?

      Also, meine liebe Kathi, da muss ich echt sagen, bei dem EKG hast du schlecht verhandelt. So viel ärger und du wirst für deine Mitarbeit nicht entlohnt? Wirklich schade. Zu dem Arzt würde ich nicht nochmal gehen.
      Am Ende hoffe ich allerdings, dass sich dein Herzschlag wieder beruhigt hat und es Dir gut geht. So ein unauffälliges EKG wäre in dem Fall wohl ohnehin die beste Entlohnung.

      Ich freue mich natürlich, dass es Dir gefallen hat, ich bin mal gespannt, wann ich den nächsten Teil der Serie schreiben kann. Allerdings entlasse ich dich auch gerne wieder an die Korrekturarbeiten zu deinem neuesten Beitrag. Ich kann’s kaum noch erwarten 😀

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