(Wirkungslose) Alternativen – Schwarze Salbe – Erfolge bei Brust- und Hautkrebs

Es ist fast geschafft. Der letzte Beitrag des Wochenendes. Halleluja! Dann reiße ich mich nochmal zusammen und wir beginnen mit der SoH-Biografie des Referenten Adrian Jones:


„Adrian Jones kam 1949 durch eine natürliche Geburt zur Welt, entsprechend eines aufgeklärten Verständnisses von Gesundheit, und wurde ein Nutznießer des Enthusiasmus seiner Mutter.“

Ganz im Gegensatz zu mir. Meine Geburt war unnatürlich. Ich wurde aus der 12. Dimension von Metatron hier heruntergebeamt, nachdem ich es wagte, eine seiner Konkubinen anzugraben. Als er mich dann auf dem Platz des höllischen Unfriedens höchstselbst ausgepeitscht hat, wagte ich es ihn zu fragen ob ihm seine kleine Schwester beigebracht hätte, so zuzuschlagen. Daraufhin hatte er von mir die Schnauze voll und ich landete hier auf der Erde.

 „Er wurde 2 Jahre lang gestillt, niemals geimpft, bekam keine Antibiotika, lebte vegetarisch, wurde ermutigt, barfuß im Sonnenschein zu gehen, die Wohltaten organischer Lebensmittel aus dem Biogarten zu genießen sowie einen Tag in der Woche auszuruhen.“

Als Journalist sei mir die Verständnisfrage gestattet: 2 Jahre am Stück? Oder 4 Jahre lang im zweiwöchigen Rhythmus? Oder 52 Jahre lang, immer vierzehn Tage pro Jahr? Ich frage nur…

„In seinen 40er Jahren studierte er Naturheilkunde. Er ist ein qualifizierter naturheilkundlicher Arzt. Die am meisten beglückenden Studien, die er unternommen hat, waren die der Anatomie, der Physiologie und der Biochemie, begleitend mit Ernährungskunde, welche er auch an einer örtlichen Akademie für Naturheilkunde unterrichtete.“

Ich studiere in meinen Zwanzigern sowas ähnliches wie Physik und kann Dir jetzt schon jedes Argument zur Wirkungsweise der schwarzen Salbe wiederlegen. Was ich wohl mit 40 so alles auf dem Kasten haben werde?

„Adrian Jones ist Co-Autor eines 500 Seiten starken Bestsellers und Gesundheitsführers namens ‘Better Health Through Natural Healing’. 2010 schrieb er das Buch ‘Schwarze Salbe – Heilung von Brust- und Hautkrebs im 21. Jahrundert’.“

Eigentlich bin ich ja gegen Bücherverbrennung, aber es können durchaus auch mal Ausnahmen gemacht werden.

Denn Adrian Jones (hier auch seine Psiram-Seite) propagiert hier die Wirkung der sogenannten „Schwarzen Salbe“. Und das bringt mich direkt zu folgender Anmerkung: Warum zur Hölle verteufeln Esoteriker eigentlich immer die Pharma-Industrie, schlucken aber bereitwillig jede Scheiße, die ihnen von einem Esoteriker angedreht wird?

Bevor ich zu den Inhaltsstoffen der schwarzen Salbe komme, möchte ich folgendes sagen: Ich verlinke jetzt einmal zur Psiram-Seite der schwarzen Salbe, aber bitte euch, den Link nur anzuklicken, wenn ihr einen starken Magen habt. Ernsthaft, die Bilder dort sind wirklich unappetitlich. Hier der Link: Psiram-Seite zur schwarzen Salbe.

Diese Salbe besteht wohl aus diversen Inhaltsstoffen und soll Tumore auf der Hautoberfläche wirksam bekämpfen können. Wie schon so oft an diesem Wochenende, bekämpft das „Medikament“ natürlich gezielt nur die bösen Zellen und lässt den Körper in Ruhe. Schauen wir uns doch mal einige der Wirkstoffe an, die in der Salbe stecken.

Zinkchlorid. Zinkchlorid ist ein stark ätzender Wirkstoff, der anderen Stoffen (z.B. der Haut) mit Vorliebe Wasser entzieht. Zinkchlorid erzeugt nekrotisches Gewebe, was ja natürlich DER BEWEIS schlechthin für die Wirksamkeit gegen Tumore ist. Zu blöd, dass man nebenbei halt noch normale Zellen tötet.

Kanadischer Blutwurz und Chaparral: Diese Pflanzen kommen da natürlich rein, weil sie schon von den alten Indianern benutzt wurden, um Wunden zu versorgen. Kanadischer Blutwurz wirkt hierbei übrigens auch Tödlich auf Zellen und unterstützt die Nekrose des Gewebes. Zudem wirkt der Inhaltsstoff des Chaparrals leber- und nierentoxisch .

Anscheinend war noch Platz in der Dose, deshalb ist auch noch Dimethylsulfoxid drin. Es ist ebenfalls zellschädigend, besitzt aber auch eine schmerzlindernde Wirkung . Genau wie Chaparral wirkt Dimethylsulfoxid schädigend auf Nieren und Leber, wenn es über einen längeren Zeitraum eingeatmet oder auch gegessen wird. Da man die Salbe 24 Stunden lang einwirken lassen soll, dürfte der längere Zeitraum somit auch schon gegeben sein.

Natürlich wird die Salbe nicht in erster Linie als Heilmittel beworben, das gibt ja Stress mit den Behörden. Stattdessen ist es z.B. ein Mittel zur Lederpflege. Na Glückwunsch. Arzneimittel sind böse aber Lederpflegeprodukte sind natürlich super für die Anwendung am Menschen.

Die Salbe behandelt also keinen Krebs, sondern tötet lediglich alle Zellen, an die es ran kommt. Es hinterlässt nekrotisches, also totes Gewebe, unterscheidet allerdings nicht zwischen Tumorzellen und allem anderem, was es noch so töten kann. Außerdem wirkt es natürlich nicht auf den gesamten Tumor, sondern nur auf oberflächliche Auswüchse, weshalb es in erster Linie gegen Tumore auf der Haut Anwendung findet. Das bedeutet, in der Zeit der Salbenanwendung kann der Tumor ungehindert weiterwachsen und gegebenenfalls Metastasen bilden. Da Anhänger alternativer Heilmethoden ja auch ein gehöriges Misstrauen gegenüber der richtigen Medizin hegen, ist der Einsatz der Salbe meist nicht komplementär zu einer funktionierenden Krebstherapie, sondern als Ersatz zur selbigen zu sehen.

Und auch hier beschäftige ich mich nicht mit der Entstehung, Behandlung und Ausbreitung von Krebs. Das Thema ist mir zu wichtig, um es mit der ganzen Esoterik in Verbindung zu bringen. Eine Krebsdiagnose wirkt meist lebensverändernd auf Betroffene. In solchen Situationen benötigen Patienten die Hilfe richtiger Ärzte und nicht den Einsatz von Scharlatanen, die den Patienten nicht nur schaden, sondern ihnen auch das Geld aus der Tasche ziehen.

Und damit wäre es geschafft. Der Spirit of Health Kongress in Kassel ist vorbei. Im Laufe des Abends gibt es noch einen kleinen Rückblick auf die vergangenen drei Tage und damit schließen wir dann den Kongress endgültig ab.

4 Kommentare zu “(Wirkungslose) Alternativen – Schwarze Salbe – Erfolge bei Brust- und Hautkrebs

  1. Danke für den tollen Bericht über die noch für die meisten unbekannte indianische Schwarze Salbe, die wirklich hilft und sogar auch mit viel Geduld heilen kann.

    1. Joa, kein Ding. Ich helf‘ ja immer gerne bei der Aufklärung.
      Eine Sache musst du mir aber noch beantworten: Hast du den Text nicht gelesen oder war ich ausgerechnet bei DIESEM Text zu subtil? Ich meine, hab‘ ich irgendwo den Eindruck erweckt, dass ich diese Salbe für ein Heilmittel halte? Falls ja, werde ich diesen Text natürlich unverzüglich editieren.

      Wobei man ja sagen muss, dass die Salbe tatsächlich heilt. Sie tötet halt alles, womit sie in Berührung kommt. Da kann man durchaus schon von Heilung sprechen, stimmt.

  2. Doch na klar habe ich den Text gelesen. Dass die Salbe heilen kann spreche ich für die Leute, die ich kenne und damit ihre Krankheit besieht haben und habe es deswegen auch so geschrieben :-).

    1. Der menschliche Körper ist schon wunderbar. Er kann Krankheiten bekämpfen und sich gleichzeitig gegen die Vergiftung durch diese Salbe zur Wehr setzen. Ich wünschte mir allerdings, dass unser Körper unserem Gehirn ein wenig effektiver mitteilen könnte, was am Ende tatsächlich geholfen hat. Dann wäre meine ganze Artikelserie zum Spirit-of-Health-Kongress nämlich überflüssig gewesen.

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