(Wirkungslose) Alternativen – Neue Wege in der Behandlung von Autoimmunkrankheiten

Hier als kleinen Einstieg schon Mal die Lektüre der Referentin auf Psiram

Und wie immer die Kurzbiografie von der SoH-Seite

„Hanna Bláhová arbeitet seit 1996 als Therapeutin in Brünn, Tschechien und hat sich durch ihre einzigartige Forschungsarbeit in parasitärer Belastung und Behandlung unter ihren tschechischen Kollegen einen Namen gemacht. In ihrem „Parasiten-Handbuch“, Band 1 und 2, das aus ihrer erfolgreichen Praxisarbeit entstand, erklärt sie auf verständliche Weise die Behandlung parasitenbelasteter Patienten. Ärzte und alternative Therapeuten erkennen die Vielfalt und die Belastung, die ein Parasitenbefall mit sich bringt, oft nicht, da ihnen das Wissen dazu fehlt, welches heutzutage in der klassischen Ausbildung/Studium nicht gelehrt wird. Da gibt es dann Fragen wie: Wie identifiziere ich die unterschiedlichen Parasiten? Wie belastet ist der Körper? Welche Behandlung kommt in Frage? Welche Erfolge gibt es? Durch die grundlegenden Forschungsarbeiten von Hanna Bláhová und der damit verbundenen Erkenntnisse und umfassenden Erfahrungen können insbesondere auch Krankheiten wie Krebs und andere sogenannte “unheilbare” und bisher ungeheilte Krankheiten nun mit sehr viel Erfolg neu behandelt, therapiert und kuriert werden.“

Interessant finde ich, dass die Dame direkt gegen die alternativen Therapeuten schießt, die ja oft gar keine Ahnung von Parasiten haben. Klar, das stimmt und beschränkt sich nicht nur auf Parasiten, sondern auf Krankheitserreger, Immunologie und Medizin im Allgemeinen, aber irgendwo muss man ja anfangen. Und wo wir gerade von einem Anfang reden. Es ist sehr interessant zu sehen, dass die Kurzbiografien jetzt langsam damit anfangen, immer unverhohlener zu propagieren. Ich kann mich nicht erinnern, dass man bis jetzt so deutlich gesagt hat, dass Krebs mit dem Eso-Kram heilbar wäre. Krebs als Pilzinfektion ist dagegen ja schon eher ein alter Hut, das hatten wir gestern schon.
Auf der Psiram-Seite von Frau Blahova findet man auch eine kurze Erklärung, wie sie diese Pilzinfektionen heilen will. Mit einer Mischung aus MMS, Informationstropfen und Wurmmitteln.

Ich muss sagen, ich bin wirklich extrem froh darüber, dass es keinen Bericht darüber gibt, wie die Leute dieses Gift dann einnehmen. Ich bin noch immer nicht über das Bild hinweg, das der Kaffeeeinlauf im letzten Beitrag in mir ausgelöst hat.

Wir sollten das Thema wechseln und mal kurz Autoimmunkrankheiten anreißen. Diese Krankheiten zeichnen sich dadurch aus, dass hier das Immunsystem keine Erreger von außen attackiert, sondern sich körpereigene Zellen vornimmt, die es zerstören will.

Ein Beispiel dafür ist die Erkrankung Morbus Crohn, die den kompletten Verdauungstrakt betrifft. Angefangen beim Mund, über den Magen, Darm, bis hin zum After, treten chronische Entzündungen auf, die teilweise schwerwiegende Komplikationen mit sich bringen. Leider kann man diese Krankheit medikamentös nur symptomatisch behandeln, es gibt noch kein Medikament, das die Entzündungsschübe bei allen Menschen unterdrückt.

Ein anderes Beispiel für eine Autoimmunkrankheit ist die multiple Sklerose, bei der eine Entzündung der isolierenden Schicht an den Nervenfasern vorliegt. Auch MS kann zurzeit nicht geheilt werden, allerdings lassen sich die Symptome medikamentös einigermaßen in den Griff kriegen.

Und auch wenn es niemals Lupus ist, ist es heute doch mal Lupus. Lupus ist nämlich ebenfalls eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die körpereigenen Zellen angreift und diese schädigt. Ähnlich wie bei MS lässt sich auch diese Krankheit nicht heilen, sondern höchstens symptomatisch behandeln.

Es zeichnet sich hier natürlich ein Bild ab, nämlich dass man Autoimmunkrankheiten nicht heilen, sondern nur symptomatisch behandeln kann. Das liegt in erster Linie daran, dass die Ursachen für diese Erkrankungen nicht hinreichend geklärt sind. Aber eine Sache ist sicher: Parasiten sind nicht dafür verantwortlich! Und es ist keine Alternative, zu Scharlatanen wie unserer momentanen Referentin zu gehen, um sich dort mit Bleichmittel und einem unwirksamen Medikamentencocktail behandeln zu lassen. Insbesondere, wenn der Wirkungsnachweis (wie so häufig, an diesem Wochenende) nur auf irgendwelchen Geschichten, gepaart mit „jahrelanger Erfahrung“ basiert und keine einzige Studie zu dem Thema zu finden ist.

Ich kann es nicht oft genug sagen: „Bei mir hat’s funktioniert“ ist kein Wirkungsnachweis von irgendwas. Die Gründe für eine Besserung der Krankheit können so vielfältig sein, dass man nicht einfach so einen Faktor dafür ausmachen kann, auch wenn er so bedeutend erscheint. Gerade Autoimmunerkrankungen verlaufen häufig in Schüben. Man nimmt Medikamente ein, wenn es einem so richtig dreckig geht, wenn der Krankheitsverlauf also mal wieder eine akute Phase betreten hat. Das bedeutet aber auch, dass sich der allgemeine Gesundheitszustand in den nächsten Tagen meist ohnehin gebessert hätte und so ein unwirksames Medikament in keinster Weise an der Besserung beteiligt ist. Aus diesem Grund sind wissenschaftlich korrekte Studien auch so wichtig. In diesen werden Medikamente bei einer breiten Bevölkerungsgruppe getestet. Die eine Hälfte der Testgruppe erhält das Medikament, die andere Hälfte ein Placebo. Weder Ärzte noch Patienten wissen, wer was bekommt. Am Ende der Medikamentenstudie wird dann ausgewertet, ob die Gruppe, welche das richtige Medikament erhalten hat, eine signifikante Verbesserung der Werte zeigt (natürlich im Vergleich zur Placebo-Gruppe). Erst wenn das der Fall ist, wird ein Medikament als wirksam bezeichnet. Weit und breit ist nichts von irgendwelchen Erfahrungsberichten zu sehen

So, an dieser Stelle lasse ich es für die Dame mal gut sein. Unser nächster Referent beschäftigt sich nämlich gleich mit einem Wirkstoff, der doch sehr an MMS erinnert. Und ich muss meine Atemübungen machen, damit mein Blutdruck nicht gleich durch die Decke geht. Wir sehen uns also beim nächsten Text. Es lässt sich ja nicht vermeiden.

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