(Wirkungslose) Alternativen Spezial – Gesundheitliche Wirklichkeit ist Ganzheitlich

Wer hätte das gedacht. Es gibt tatsächlich ein Vortragsthema, dem ich voll und ganz zustimmen kann. Bevor wir einsteigen, machen wir aber erstmal Business as usual:

Der Referent heißt Kai Panzer, das ist seine Psiram-Seite und das ist seine Kurzbiografie auf der SoH-Seite

Kai Panzer erlangte als Pharma- und Apothekenreferent anatomische und biomedizinische Kenntnisse. Als Referent zu Herz-Kreislauf Themen, Key Account Manager Onkologie, Immunologie, Strahlentherapie und Radiologie, kommunizierte er mit Chefärzten, Arzneimittel-Kommissionen, Onkologen und Apothekern, Studien und Wirksamkeiten. Basierend auf seinen Erfahrungen und autodidaktisch erfülltem Wissensdrang, entwickelte Kai Panzer alternative Konzepte, zu denen er in seinen Vorträgen deutschlandweit ehrenamtlich referiert. Er ist Gründer der AKADEMIE NATÜRLICHE GESUNDHEIT (ANG) und erstellte ein Kompendium ganzheitlicher Methoden, sowie Erklärungen zu häufig vorkommenden Krankheits-Episoden. Eines seiner Interessensgebiete ist die Altersforschung, in der er Konzepte überdurchschnittlich lebensalter Menschen und Naturvölker unter die Lupe nimmt und diese mit neuesten Erkenntnissen der Wissenschaft verknüpft, wie z.B. aus dem Bereich der Epigenetik. Seine Vortragsinhalte befassen sich speziell mit der Energie der Nährstoffe, dem Fundament natürlicher Gesundheit und Resonanzen durch Worte, Gedanken und Gefühle, welche natürliche Veränderungen durch Bewusstseinserweiterung ermöglichen, sowie der Optimierung des Immun- & Gefäßsystem. Er versteht es bio-chemische und bio-physikalische Zusammenhänge einfach und für jeden verständlich zu vermitteln.

Und wie ich schon sagte: Er hat recht. Möchte man im modernen Gesundheitswesen einen Patienten behandeln und vielleicht sogar heilen, so ist Ganzheitlichkeit ein Muss. Es gab einmal eine Zeit in der Medizin, in der man die Humoralpathologie praktizierte. Die sogenannte Vier-Säftelehre. In dieser sollten sämtliche Krankheiten durch ein Ungleichgewicht der Vier Säfte Blut, Schleim sowie schwarzer und gelber Galle verursacht werden. Die Behandlung von Krankheiten wurde ausgeführt, indem man versuchte, die Vier Säfte wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
Das war alles andere als Ganzheitlich.
Erst als Robert Remak die Zellularpathologie einführte, erkannte man, wie Krankheiten wirklich entstehen. Und man konnte damit beginnen, Krankheiten Ganzheitlich zu behandeln.

Aber was heißt ‚Ganzheitlich‘ eigentlich?

Eine Ganzheitliche Behandlung versteht sich darin, einen Patienten nicht nur anhand seiner Symptome (z.B. Fieber, Husten oder Schlaflosigkeit) zu sehen, sondern deren Ursache zu behandeln, sowie die Auslösenden Faktoren zu erkennen und gegebenenfalls zu beseitigen.
Komme ich z.B. zu meinem Arzt und beklage mich über Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, sowie erhöhtem Blutdruck, wird mein Arzt hoffentlich nicht auf die Idee kommen, mir gegen diese Symptome Tabletten zu verschreiben, sondern sich Zeit nehmen um herauszufinden, was der Auslöser dieser Symptome ist (in diesem Fall will ich auf ‚Stress‘ hinaus). Zudem wird mich mein Arzt anweisen, den Stress zu reduzieren und bei Bedarf an einen Psychologen verweisen, der mir weiterhelfen kann. Das wäre das Paradebeispiel für eine Ganzheitliche Therapie. Und diese ganzheitliche Therapie funktioniert. Und es ist kein Funken Esoterik notwendig. Einzig und allein die Zusammenarbeit verschiedener Fachgebiete und die Kommunikation innerhalb der Ärzteschaft reichen aus.
Nicht umsonst gibt es keine Universalgelehrten mehr, die nebenbei noch Medizin praktizieren. Die Medizin ist ein Gebiet, zusammengesetzt aus dutzenden Fachrichtungen. So ziemlich jedes Organ hat einen eigenen Spezialisten. Es gibt Ärzte für Kinder, Frauen, Männer, Leber, Augen, Kliniken für Diabetiker, Betreuungseinrichtungen für Menschen mit psychischen Störungen und so weiter. Und das wichtigste an der ganzen Sache ist, dass diese Fachrichtungen untereinander kommunizieren. Sie wechselwirken miteinander, für die Behandlung eines Patienten wird nicht ein Mediziner eingesetzt, sondern, falls nötig, gleich ein ganzes Team unterschiedlicher Fachärzte, die gemeinsam und Ganzheitlich nach der richtigen Therapie suchen. Und auch die Therapiemöglichkeiten verbessern sich. Biologen, Genetiker, Chemiker, Physiker, Psychologen, alle forschen auf unzähligen Gebieten und tragen ihre Ergebnisse zusammen. Davon profitiert die Medizin, da die Therapien so nicht nur sanfter, sondern auch zielgerichteter werden.

All das funktioniert perfekt ohne auch nur einen Hauch Esoterik. Es braucht keine merkwürdigen Energiefelder, ominöse Quanten, die mit dem Körper wechselwirken sollen. Es ist nicht nötig, Hundescheiße bis zur Unkenntlichkeit zu verdünnen, in Zuckerkugeln zu verpacken und diese dann als homöopathisches Medikament zu verkaufen.
Es gibt auch keine große Verschwörung der Pharmaindustrie, die nur ihre eigenen Medikamente loswerden will und ‚sanfte‘ oder ‚alternative‘ Heilmethoden zurückhält. Wäre Krebs ein Pilz und Backpulver in der Lage, diesen zu heilen, dann würde die Entdeckung dieser Tatsachen die halbe medizinische Welt auf den Kopf stellen und der Entdecker wäre auf einen Schlag weltberühmt. Niemand könnte sowas verhindern. Und niemand würde so eine Entdeckung zurückhalten. Wissenschaft lebt davon, sich ständig weiterzuentwickeln, genauer zu werden, Dinge zu entdecken und festzustellen, dass man sich geirrt hat, um diesen Fehler zu beseitigen und am Ende mehr zu wissen.

Allerdings ist es ja ein bisschen so, als würde ich hier Perlen vor die Säue werfen. Denn wer den SoH-Kongress besucht, ist wahrscheinlich für alles offen – mit Ausnahme rationaler Argumente.

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